Die CargoLifter AG i.I.

Ein kurzer Abriss zur Geschichte

CargoLifter - der Traum von einem riesigen Luftschiff? Nein, eigentlich nicht! Der Grund, warum der CargoLifter entwickelt werden sollte, war ein anderer: Die Maschinen- und Anlagenbauer nicht nur in Deutschland haben seit Jahren das Problem des Transports großer Anlagen aus dem Herstellerwerk an den Platz, an dem die Anlage schließlich in Betrieb gehen soll. Die Planung und Durchführung eines solchen Transports verschlingen  nicht selten Millionen, die Durchschnittsgeschwindigkeit der Transporte beträgt ca. 8km/h. Wie schön wäre es, die Anlagenteile am Werk aus der Luft "aufheben" und sie am Ort der Montage absetzen zu können. Dazu ist kein Flugzeug in der Lage, Hubschraubern fehlt die nötige Tragkraft (der größte Hubschrauber kann 20t heben) und den vorhandenen Fluggeräten fehlt die nötige Ausdauer, denn der Auftrieb muss aufwendig dynamisch erzeugt werden. Hier kamen die ersten Überlegungen auf, ein Luftschiff zu verwenden. Das Luftschiff hat einen statischen Auftrieb, der durch sein Traggas (leichter als Luft) erzeugt und gehalten wird - ohne weitere Energiezufuhr!

Der CargoLifter CL160

Der CL-160 sollte das Hauptprodukt der CargoLifter AG und das erste Großluftschiff seit rund 60 Jahren, gleichzeitig das weltweit größte Luftschiff werden. Der CL-160 war als halbstarres Kiel-Luftschiff geplant, in dessen Kiel ein leistungsfähiger Schwerlastkran integriert sein sollte. Als Traggas sollte Helium dienen. Dank seiner einzigartigen Konstruktion hätte der CargoLifter Be- und Entladeprozesse ohne Landung durchführen können. Während das Luftschiff in ca. 100 Metern Höhe schwebt, sollte das Transportgut über Seilwinden und am Boden verankerte Haltepunkte herabgelassen oder heraufgezogen werden. Damit Gesamtgewicht und Flugeigenschaften des Luftschiffs unverändert bleiben, sollte die Fracht gegen Ballast-Wasser ausgetauscht werden. Dieses Lastaustauschverfahren wurde bereits erfolgreich am Lastballon CL75 mit einem 55 Tonnen schweren Mienenräumpanzer getestet.

 

CargoLifter CL160

Die Insolvenz

CargoLifter gilt landläufig als eines dieser großen Pleiteprojekte im Land Brandenburg, neben dem Lausitzring und der Chipfabrik. Es ist allerdings absolut falsch so zu tun, als ob CargoLifter nur an den Fehlern des Managements gescheitert sei. Ein Projekt dieser Größenordnung, das in dieser Form noch nie vorher umgesetzt wurde, birgt aus der Natur der Sache heraus das Risiko in sich, dass auch bei sorgfältiger Planung nicht alles so läuft wie gedacht und die Ingenieure das eine oder andere Problem zunächst unterschätzt haben. Nur – die Alternative ist, aus Angst vor einem Fehler nichts zu tun. Und wenn denn wirklich das Management angeblich alles so falsch gemacht hätte, warum werden dann die gesamte Belegschaft und auch die Aktionäre gleich mit in Sippenhaft genommen? CargoLifter war und ist nicht nur eine gute Idee oder Vision, sondern etwas, das es umzusetzen gilt. CargoLifter ist aber mittlerweile auch ein Lehrstück, wie man ein vielversprechendes Technologieprojekt eigenen Interessen opfert. Das besonders Pikante im Fall CargoLifter ist, dass dies just die Person tat, die eigentlich für den Erfolg einer so weitreichenden Innovation seitens der Politik als Minister zuständig war und zwar zum Wohle seines Landes - und nicht für seine eigenen Interessen.

Eine unvoreingenommene Diskussion des Themas CargoLifter wird dadurch erleichtert, dass nach eineinhalbjähriger gründlicher Ermittlung die Staatsanwaltschaft Potsdam die Ermittlungsverfahren gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder der CargoLifter AG und das Management der Konzerngesellschaften wegen Insolvenzverschleppung, Kapitalanlagebetrugs und Untreue eingestellt hat – und zwar komplett. Damit dürfte den vielen in Umlauf befindlichen, teilweise gezielt in die Welt gesetzten Gerüchten die Grundlage entzogen sein.

Es ist auch notwendig, dass in der öffentlichen Meinung der wahre Sachverhalt zu Tage kommt und CargoLifter nicht länger als „Desaster“ , sondern als leider vertane Chance gesehen wird. Wichtig ist es, damit auch die Weichen in eine positive Richtung zu stellen und einen Neuanfang zu starten. Fakten muss man akzeptieren, nicht aber Geschichtsverfälschungen! Natürlich hat auch das Management von CargoLifter Fehler gemacht, aber diese Leute haben zusammen mit 500 Mitarbeitern und hunderten von externen Partnern, getragen von der finanziellen Unterstützung der 70.000 Aktionäre, wenigstens überhaupt etwas unternommen. Nur wer nichts tut, begeht (angeblich) keine Fehler – aber aus Fehlern kann man lernen und man weiß nach der Analyse sicherlich in vielen Punkten, was man heute anders machen würde.

Der Neustart

Am 8. September 2005 wurde die CL CargoLifter GmbH & Co. KG a.A. am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg  eingetragen. Damit haben die CargoLifter-Aktionäre selbst die Initiative ergriffen, um die Idee des Hebens und Transportierens von Lasten und Gütern per Leichter-als-Luft-Technologie fortzuführen. Aus einer schwierigen Situation heraus konnte so die nötige Handlungsfreiheit gewonnen werden, um die nächsten Schritte anzugehen.

Auf diesem Weg möchten wir möglichst alle Aktionäre mitnehmen, die zuvor in nie da gewesener Weise einen erheblichen Beitrag zum Aufbau der AG geleistet haben und denen es vor allem um die Realisierung einer innovativen Technik ging und immer noch geht.


Damit wurde den fast 500 Mitarbeitern, vorwiegend in Brandenburg, ihre wertvolle Arbeit überhaupt erst ermöglicht, was bisher unseres Erachtens nicht genug gewürdigt worden ist. Viele davon waren und sind übrigens selbst Aktionäre. Genau so wie zahlreiche Lieferanten, die zu Gläubigern geworden sind und nun wieder das Gespräch mit uns suchen.

Was das Wissen um Technik und Markt angeht, starten wir nicht bei Null. Im Gegesatz zu vielen Außenstehenden betrachten wir jedoch den Namen CargoLifter, die geleistete Arbeit und die damit verbundene Idee nicht als Erblast, sondern als Verpflichtung und Chance, einer Technik, die zweifelsohne in naher Zukunft wie selbstverständlich genutzt werden wird, in Deutschland eine Chance zu geben.

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Ergänzungen:

Ausführliche Informationen finden Sie auf den Seiten der Initiative Zukunft in Brand:

- CL160

- CL75

- Joey

- Insolvenzdossier


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Charly
Skyship 600 "Charly" vor der CargoLifter-Halle, im Hintergrund der CL-75
CL160
Computergrafik des CL160
CL75
Der CL-75 "AirCrane" beim Aushallen
Charly
"Charly" hinter der CargoLifter Werfthalle
Joey
Das Versuchsluftschiff "Joey"

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